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„Deutschenfeindlichkeit der Schweizer“ als Produkt von Medien
und Parteikampagnen
Klare Absage an Stimmungsmacher / Integrationskurse nicht notwendig
270.000 Deutsche leben mittlerweile in der Schweiz. Der größte Teil von ihnen
im Kanton Zürich. Glaubt man den Medien, dann sind sie nicht willkommen.
Boulevardpresse und auch die Schweizer Volkspartei zeichnen ein Bild vom
arroganten Deutschen, der in Massen kommt, sich überall breit macht und das
Land annektiert. In der Vergangenheit schlugen die Wellen hoch, Deutsche
wurden angefeindet, Autos beschädigt, Medien in Deutschland und der Schweiz
berichteten von Deutscher Arroganz und Schweizer Ausländerfeindlichkeit.
Im April 2010 fand auf www.schweizbuch.de eine Umfrage zum Thema
„Deutsche in der Schweiz – was ist dran an der Deutschenfeindlichkeit der
Schweizer“ statt. Hier ist das Ergebnis.75% der Befragten sind der Meinung, dass das Thema „Deutsche in der Schweiz“ in den Medien zu sehr präsent ist. Lediglich 20% der Schweizer und nur 10% der Deutschen finden die Medienpräsenz noch angemessen.
Eine deutschen-kritische Berichterstattung bemerken 75% der im Kanton Zürich
lebenden Schweizer. Ausserhalb von Zürich sind es sogar 90%. Gemeinsam ist
Schweizern und Deutschen, dass jeweils die Hälfte von ihnen die Art und Weise,
wie über Deutsche in der Schweiz berichtet wird, mittlerweile als störend
empfindet.Im Gegensatz dazu bemerken die befragten Schweizer in ihrem eigenen realen Umfeld und im täglichen Miteinander zu 50% keinerlei kritische Haltung gegenüber Deutschen. Bei den Deutschen sind es 60%, die von einer Anti- Deutschen Stimmung persönlich nichts bemerken. Ein Viertel aller Befragten gibt jedoch an, sich von einer kritischen Haltung gegen Deutsche auch im privaten Umfeld mittlerweile gestört zu fühlen.
Bei den Gründen für die Ablehnung gegen Deutsche sind sich sowohl Schweizer
und Deutsche, als auch Zürcher und nicht-Zürcher einig: etwa ein Drittel sieht die Ablehnung gegen Deutsche als Ergebnis von Medienberichten. Im Schnitt
ein Viertel aller Befragten sieht die Schuld für eine Ablehnende Haltung
gegenüber Deutschen bei Parteikampagnen.
Ein Viertel der befragten Deutschen sieht die Gründe im Verhalten der
Deutschen selbst, wobei ihnen jeder dritte Schweizer in der Umfrage zustimmt.
Von den befragten Schweizern würden aber gerade einmal 10% tatsächlich eine
Partei wählen, die die Zuwanderungskriterien für Deutsche begrenzen wollte.
Es überwiegt die Meinung, dass Deutsche Arbeitskräfte für die Schweizer
Wirtschaft wichtig sind. So sehen 40% der befragten Schweizer es als fördernd,
und weitere 30% sogar als notwendig an, das Deutsche Arbeitskräfte ins Land
kommen. Nur etwa jeder zehnte Schweizer gab an, dass der Zuzug von
Deutschen für die Schweizer Wirtschaft eher negativ sei.
Eine klare Absage an große Überschriften und dumpfe Polemik erteilen die
Umfrageteilnehmer den Medien und Parteien, die das Thema „Deutsche in der
Schweiz“ für Auflage und Stimmenfang gebrauchen. 2 von 3 Schweizern und 3
von 4 Deutschen in der Schweiz empfinden die Art der Berichte und die
Wahlplakate als unangenehm und sogar gefährlich für das tägliche Miteinander
in der Schweiz.Integrationskurse für Deutsche hingegen, die derzeit besonders in Zürich aufkommen, halten nur 7% der befragten Schweizer für notwendig. |
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