250.000

Die Schweiz ist Auswandererziel Nr. 1. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Deutschen, die ins Land der Berge gingen, kontinuierlich. 23.500 waren es 2007, 29.000 im Jahr 2008. Und auch mit der Wirtschaftskrise 2009 ist der Strom der Zuzügler nicht versiegt. Die Zahlen machen Eindruck, wenn man bedenkt, dass beispielsweise 2007 insgesamt nur etwa 160.000 Bundesbürger überhaupt die Heimat verlassen haben. 210.000 Deutsche haben mittlerweile den ersten Wohnsitz in der Schweiz. Hinzu kommen etwa 40.000 Grenzgänger und Kurzaufenthalter.
Sie arbeiten in allen Bereichen der Volkswirtschaft und leben in allen Teilen des Landes. Es gibt allerdings Schwerpunkte. So finden sich die meisten in der Schweiz lebenden Deutschen im Gesundheitswesen, im Banksektor und im Gastgewerbe. Dahinter folgt knapp das Handwerk. Auch geografisch lässt sich der Strom der Teutonen eingrenzen. Die meisten Deutschen gehen in den Kanton Zürich, in die Agglomeration Basel und in die Gebiete nahe der Deutschen Grenze. Natürlich sind Deutsche auch in Bern, Luzern und Winterthur vertreten. Einige finden sich aber auch im sonnigen Tessin und manche versuchen es gar in Graubünden oder in Genf.

Der Trend in Richtung Süden hat seine Ursache vor allem in dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Schweiz. Das Abkommen regelt unter anderem die freie Wahl von Arbeits- und Wohnort für EU-Bürger im gesamten Alpenland. Es trat 2007 in Kraft und löste die bis dahin geltenden Kontingente für den Zuzug von Ausländern in die Schweiz ab. Seither wächst allein im Kanton Zürich die Zahl der Deutschen um etwa 400 pro Monat.
Einfach so und ohne Formulare geht das natürlich auch bei den Eidgenossen nicht, selbst wenn die Behörden dort von den Deutschen durchweg als bürgernäher und freundlicher als in der Heimat empfunden beschrieben werden. Man benötigt noch immer eine Genehmigung, um in der Schweiz zu leben und zu arbeiten. Je nachdem, was man macht, wie lange man es macht und ob man in die Schweiz zieht oder zwischen den Ländern pendelt, bekommt man eine der verschiedenen Bewilligungen zuerkannt. In vielen Fällen regelt der Schweizer Arbeitgeber die Anmeldung. Auch der Umzug wird häufig vom neuen Chef organisiert. In Städten wie Zürich lädt die Verwaltung regelmäßig zu Kennenlern-Abenden für die neuen Deutschen. Und auch wenn die Schweizer Volkspartei die Frage stellt, wie viele Deutsche die Schweiz verträgt – als Räder im Schweizerischen Wirtschaftsgetriebe sind Deutsche willkommen.